TAGEBUCH

Was passiert, nachdem der Vorhang fällt, was, bevor er sich hebt, gibt es ein Leben hinter der Schminke, wie schläft man in Brackenheim, wohin geht man in Gaggenau nach 23 Uhr, lieben die Künstler sich oder verkehren sie nur noch per Anwalt? Hier steht es …


10.-11. Dezember 2013 | COMEDIA Köln

In Köln ist es kalt, aber sonnig, wir sitzen auf dem wirklich sehr großen
Balkon unserer Gästewohnung im fünften Stock der Vondellstraße und blicken
weit über die Dächer bis zum Büroturm am Ubierring. Unter uns kreischen
die I-Dötzchen im Kindergarten Attacke und bewerfen sich mit Sand und
allem, was nicht niet- und nagelfest ist. Heiter. Am nächsten Morgen
frühstückt man so spät, dass es eigentlich schon wieder Mittagessen ist,
und so nimmt Tetta das Wildgulasch mit Serviettenknödeln und Lo die
vegetarische Linsensuppe, man sitzt in einer Raucherkneipe in der
fürchterlichst herunter gekommenen Severinstraße (die könnte mittlerweile
auch im Kosovo liegen) und fühlt sich ein bisschen fehl am Platz (alle
kennen sich hier mit Vornamen), aber auch nicht ganz so unwohl, wie man
meinen könnte. Die Leute sind laut, aber freundlich, und die Küche
versteht ihr Handwerk. Danach landet Lo auf der Suche nach ein wenig
Wellness in einem bulgarisch geführten Sonnenstudio und verbrennt sich den
Arsch. Selbst schuld. Wer muss schon im Dezember spanisch gebräunt sein.
Alle Jungs sind insgesamt runter mit den Nerven, aber fröhlich.
Unterhaltungen sind das nicht mehr, die da in der Garderobe geführt
werden. Es ist eher ein mehr oder weniger verständliches Grunzen und
Jodeln, unterbrochen von der Ansage, wer als Nächster für wie lange und zu
welchem Zweck auf der Toilette verschwinden wird. Vier Wochen Tournee und
Fäkalhumor – zwei Einheiten die ab Woche Drei einfach nicht mehr zu
trennen sind. Am zweiten Tag können Tetta und Lo nichts anderes mehr
denken als: morgen sehen wir die Hundchen wieder! Morgen sehen wir Bolle
und Berta. Wer einmal gesehen hat, wie die beiden sich schon nach
vierundzwanzig Stunden Trennung freuen, kann sich in ungefähr vorstellen,
was in den zwei Schlappohren vorgeht, wenn man sie nach zwei Wochen Exil
wieder nach Hause holt. Wir werden Schutzwesten tragen müssen. Liebe und
körperliche Gewalt? Für zwei sehnsüchtige Jagdhunde ein und dasselbe Ding.

08. Dezember 2013 | LUSTSPIELHAUS München

Die Fahrt nach München war grauslich lang und fad, aber Bass und Trommel
haben sich am Steuer abgewechselt und die anderen durften auf den hinteren
Bänken faulenzen und die letzte Staffel BREAKING BAD schauen, das neue
Hörbuch von Heinz Strunk hören (Botho Strauss!), Liebesbriefe schreiben,
ökologisch korrekte Tofu-Würstchen und honigüberzogene Maiswaffeln mampfen
oder einfach nur sinnlos aus dem Fenster starren. Lo hat auf der Fahrt den
neuen (und letzten) Roman von Herrndorf verschlungen, und das wird hier
nicht geschrieben, um zu zeigen, wie schnell ein Mensch lesen kann,
sondern um allen, die es noch nicht wissen, zu sagen, dass Wolfgang
Herrndorf ein Ausnahmetalent und ein ganz schmerzhaft guter Schriftsteller
war, und dass dieses letzte Buch von ihm, Arbeitsbericht und Tagebuch in
einem, zum Schönsten gehört, was man im Moment lesen kann. Seine Bücher
Tschick und Sand hat ja wohl jeder wohl bereits zu Hause stehen. Und wenn
nicht: kaufen! Lesen! Man ist so sehr viel klüger und glücklicher danach.
In München warten schon die reizenden Techniker vom Lustspielhaus darauf,
unsere Bühne zum zweiten Mal innerhalb einer Woche hinein zu schleppen ins
Theater und aufzubauen. Alle freuen sich darauf, denn der erste Abend
letzte Woche war schon so herrlich Banane und zauberschön, dem wird der
zweite wohl mindestens entsprechen. Und so kommt es. Die Leute sind
glücklich. Wir sind es auch. Hernach wird noch lang im Theater gesessen,
alle Gäste sind schon gegangen, nur der Tisch an der Eingangstür biegt
sich unter Bier und Wein und Zigaretten und alle quatschen durcheinander,
und Lisa holt Bier und noch mehr Bier, und Jörg ist so nett, uns erst
hinaus zu schmeißen, als es schon fast hell wird. Adieu, Monaco, wir sehen
uns bald schon wieder.

03.-05. Dezember 2013 | STADTSAAL Wien

Der prächtige barocke Stadtsaal in Wien liegt in der Mariahilferstraße, die seit kurzem zur Fußgängerzone erklärt ist, mitten in einer Einkaufsmeile, die sich immer prächtiger heraus putzt und in der man seine Zigaretten trotzdem immer noch halb legal mitten in der Nacht am Würstelstand unweit des Hotel Kummer an der Ecke Neubaugasse kaufen kann. Dieser Saal ist riesig und schwer zu bespielen, denn er hat seit Sissis Zeiten das enormste Echo der westlichen Welt. Tonmeister Simon Damerow hat keine leichte Zeit hier in der Stadt der Zuckerbäckerfassaden. Die Jungs bedauern ihn, gehen aber trotzdem leichten Herzens durch die Stadt und fahren hinaus nach Schönbrunn, lustwandeln im Park, trinken Café in der Gloriette oberhalb des Neptunbrunnens, essen Maronen auf dem hiesigen Weihnachtsmarkt (auf dem Lo und Tetta in einer mehrstündigen Aktion sämtliche Weihnachtsgeschenke für ihre Liebe erstehen), und machen zum wiederholten Male die Imperial-Tour durch die schönsten Gemächer der alten Kaiserin Maria Theresia mit. Die Wohnräume der unglückseligen und hochneurotischen Sissi mitsamt ihrem Turn- und Qualzimmern haben sie schon auf einem ihrer letzten Besuche abgehakt. Abends isst man vegetarisch beim lokalen Orientalen. Die Shows sind nicht gerade bestens verkauft, was der Freude aber keinen Abbruch tut. Von hier wird man noch einmal nach München und dann nach Köln fahren. Und dann endlich, endlich, endlich nach Hause. Vier Wochen im Hotel! Und alle haben es überlebt. Wenn auch knapp.

01. Dezember 2013 | LUSTSPIELHAUS München

Zweimal werden die Malediven mit SCHNEE AUF TAHITI in München gastieren, die vertrackte Tournee-Planung hat es so gewollt, und heute ist der erste von zwei Abenden. Wie immer steigt man im Garni Hotel der Familie Gandelgruber ab, mittlerweile eine Heimat fern von der Heimat. Von hier sind es nur einige wenige Gehminuten bis zum Theater oder zum Englischen Garten oder zu den diversen Restaurants, Sonnenstudios und Gyms, in denen die Jungs ihre Nachmittage verbringen. Das Traurige an diesem Aufenthalt ist lediglich die Tatsache, dass Tetta und Lo anfangen, Berta und Bolle ganz schauderhaft schrecklich zu vermissen. Den beiden wollten sie den Stress der laufenden Tour nicht weiter zumuten und haben sie bei ihrem Kurzaufenthalt nach Iserlohn in Berlin zurück gelassen. Die Hundchen rennen nun vermutlich heiter und glücklich mit vier anderen durch den riesigen Garten eines Freundes, der etwas außerhalb von Berlin auf dem Land lebt und denken nicht einmal an ihre Besitzer, die das Getrappel von acht Pfoten jede Minute des Tages vermissen und manchmal nicht wissen, was sie mit all der Zeit anstellen sollen, die nun nicht mit Spazierengehen und Spielen draufgeht. Hmpf. Die Zeit ohne seine Hunde ist das Opfer, das Lo für eine erfolgreiche Tour bringen muss, und es fällt ihm alles andere als leicht. Familie ist nun einmal Familie und gehört zusammen. Noch fast zwei Wochen, bis man sich wiedersieht. Das ist lang!

27.-30. November 2013 | RENITENZ THEATER Stuttgart

Der Winter mit seiner Eiseskälte hat Stuttgart mittlerweile fest im Griff. Vier Tage spielen die Malediven vor ausverkauftem Haus und jeder Abend ist ein Fest! So schön und munter galoppiert die Show nun vor sich hin, dass die drei Wochen Tournee, die allen in den Knochen stecken, nur ab und an zu spüren sind. Noch halten die Stimmen und die Freude, mit einem so netten Team zusammen zu arbeiten, wird und wird nicht weniger. Danny Selinger ist nun durch Simon Damerow ersetzt worden und Kai Schönburg, der einen unverzichtbaren Gig in China (!) spielt, lässt sich durch den fabelhaften Drummer Stefan Genze vertreten. 1000 Dank an Jan vom Haus und an den Chef Sebastian Weingarten!

24. November 2013 | PARKTHEATER Iserlohn

Das Parktheater in Iserlohn hat es während der erzwungenen Auszeit von Malediva gleich zweimal böse erwischt. Zweimal zugesagt. Zweimal abgesagt! Umso glücklicher sind die Jungs, dass der große Theatersaal nun bis auf den letzten Platz gefüllt ist, über achthundert Iserlohner und Zugereiste feiern mit ihnen eine vorgezogene Weihnacht und lassen die Halle wackeln. Alle sind so glücklich und happy! Da ist es auch besser zu verschmerzen, dass die Jungs nicht wie üblich im fabelhaften Landhotel draußen vor der Stadt absteigen können, sondern noch in der Nacht nach Berlin zurück fahren, um gleich am nächsten Morgen zu den Dreharbeiten zu fahren und den Schauspielern bei ihrem Tagwerk zuzuschauen. Das sind immer schöne Tage, nicht nur, weil Lo an diesem 26. seinen Geburtstag feiert, sondern auch, weil hier andere ihre Texte aufsagen müssen, und weil es eben eine Freude ist, einer so hochbegabten Truppe zuzusehen, wie sie einen Film entstehen lässt, der schon jetzt schöner aussieht (Lo und Tetta dürfen dem Kameramann über die Schulter gucken), als alles, was die beiden sich je haben vorstellen können.

21.-23. November 2013 | SPRINGMAUS Bonn

Es scheint den Jungs wie gestern, dass sie mit BARHOCKER hier in der Springmaus Premiere gefeiert haben. Nun spielt man SCHNEE AUF TAHITI und sieht allüberall glückliche Gesichter, auch wenn es sich manchmal etwas befremdlich anfühlt, die Leute Ende November fast zwei Stunden lang mit Weihnachtsliedern zu traktieren, auch wenn es die eigenen sind. Florians Familie ist fast jeden Abend vollzählig anwesend und genießt es, den Sohn, Bruder und zweifachen Onkel wieder einmal in greifbarer Nähe zu haben. Während Tetta im Hotel arbeitet, findet Lo die Zeit, durch die Bonner Innenstadt zu schlendern. Er findet ein hochwertiges Sonnenstudio in der Oxfordstraße, in dem die Kabinen als kleine sevillanische Häuschen daher kommen, inklusive abgeschrägter Dachpfannen und bunter Keramikfliesen. Und landet später, auf dem Nachhauseweg, noch auf dem Bonner Weihnachtsmarkt, der sich in den Altstadtgassen breit gemacht hat und kaum Platz zum Durchkommen lässt. So bleibt Lo denn auch kurz hinter Beethovens Geburtshaus vor dem Lebkuchenhaus der Hexe stecken (sie grüßt aus den Oberfenstern, Lo macht gleich ein Foto und schickt es seinen Jungs) und kauft tonnenweise Elisenlebkuchen aus Nürnburg. Diese Lebkuchen sind so butter- und nusshaltig, dass man mit ihnen mühelos ein ausgefallenes Mittagessen ersetzen kann. Die Jungs wollen es nicht glauben, müssen dann aber doch zugeben, dass Lo immer und überall Recht hat.

18.-20. November 2013 | UNTERHAUS Mainz

Die Bühne des Unterhauses scheint aus allen Nähten zu platzen, als endlich unsere Raucherkabine und die Flughafensitzbank, der Flügel von Herrn Ludewig sowie das Schlagzeug von Herrn Schönburg darauf Platz gefunden haben. Dazu kommt noch die Bambus-Bar für den zweiten Teil, die dazu gehörigen Barhocker, der Kontrabass von Herrn Werra, außerdem sein E-Bass und seine geliebte Mandoline (deren dürres Gezupfe die Gruppe nur aus Respekt und Liebe zu Herrn Werra erträgt). Die Techniker überlegen kurz, in Streik zu treten, tun sich und uns dann aber doch den Gefallen, heiter und gelassen weiter zu arbeiten. Die Abend sind ein voller Erfolg und die Jungs sitzen nun wirklich sicher im Sattel dieser Show, die abgeht wie ein durchgegangenes Pony.

15.-16. November 2013 | ALTE MÜHLE Bad Vilbel

Wieder kaum eine Woche später sind die Malediven nun in Bad Vilbel eingetroffen, dieser kleinen, sympathischen Stadt im Einzugsgebiet von Frankfurt, mit einer in Metamorphose befindlichen Fußgängerzone und Stadtmitte, diversen Mineralwasserquellen, Burgfestspielen und Reiterhöfen. Eine bunte Mischung. Für die Malediven gehört das Café unter der Alten Mühle zum Epizentrum ihres Vergnügens. Von hier Grüße an die beiden Chefs, die reizender nicht sein könnten! Malediva spielt SCHNEE AUF TAHITI, in diesem Jahr zum ersten Mal auf Tournee, ein zweiter LKW wurde angemietet, um all das Bühnenbild vier Wochen lang von Ort zu Ort zu schleifen. Vier Wochen auf Tournee! Den Jungs ist insgesamt ein bisschen bange: werden die Stimmen so lange Zeit durchhalten? Wird die Energie reichen? Hunderte Kilometer auf Tour! Endlose Ton- und Lichtproben. Rein ins Hotel. Raus aus dem Hotel. Bis nach Wien führt sie diesmal die Show (und hoffentlich wieder zurück). Die ersten beiden Abende in Bad Vilbel sind wie kleine Entdeckungsreisen in die Geschichte der Show, alle fünf Minuten fällt den Jungs etwas ein, dass sie im letzten Jahr immer an dieser oder jener Stelle gesagt, gesungen oder gemacht haben, und auf das sie während der Proben daheim in Berlin einfach nicht gekommen sind, keiner von ihnen! So eine Show muss sich immer wieder erst einmal zurecht schütteln, wie ein nasser Hund, der gerade aus dem Wasser steigt.

08. November 2013 | PUMPWERK Wilhelmshaven

Dass Wilhelmshaven keine Perle unter den deutschen Städten ist, ist bereits mehrmalig besungen und soll hier darum weitestgehend verschwiegen werden. Dass die Jungs von Malediva aber kaum irgendwo auf Tour so luxuriös untergebracht sind und so schön wohnen wie gerade und ausgerechnet hier, muss nun auch einmal erwähnt werden. Das COLUMBIA Hotel ist eine geschmackvoll eingerichtete Wellness-Oase direkt hinterm Deich, inmitten des Banter Sees, mit Blick (zumindest aus den oberen Etagen) auf den Jadebusen und das grauschöne Wattenmeer. Hier geht Lo mit Berta und Bolle so sehr gern am Uferweg entlang, einmal sind sie bei schönstem Wind und Sonnenschein bis nach Cäciliengroden gelaufen, von wo sie allerdings ein Taxi zurück genommen haben, denn so gern die Köterchen die Strecke auch noch einmal gerannt wären, Lo war dazu nicht mehr in der Lage. Der Auftritt wird entsprechend heiter und entspannt, Dieter Bär sei Dank, der den Künstler an sich stets so schön hinein moderiert in den Abend und auch sonst ein wirklicher Patron des Hauses ist. Merci. Am nächsten Morgen jedoch steigen alle schon im frühen Morgengrauen in den Tourbus und geben Gummi. Nicht nur die Musikusse haben am nächsten Tag bereits wieder volles Programm. Auch Tetta und Lo sind in Eile: ihr zweites Drehbuch, der Weihnachtsfilm SCHÖNE BESCHERUNG, wird ab Montag in einer zauberschönen Villa am Wannsee gedreht. Mit dabei sind Gaby Dohm (die von den Jungs heiß geliebt wird, denn sie ist eine begnadete Komödiantin, die ihre Figur nie verrät oder irgendwelchen Albernheiten oder Eitelkeiten opfert), schon wieder Michael Gwisdek (den die Jungs schon in ihrem ersten Film DIE LETZTEN MILLIONEN bewundern durften), dazu so tolle neue Leute wie Bernhard Piesk und Anna Julia Kapfelsperger, nicht zu vergessen die immer so umwerfende Susanna Simon, die im Film sogar ihren Vornamen behalten darf, und Johanna Gastorf, die die umwerfende Chrissi spielt. Der Streifen wird im Dezember 2014 in der ARD zu sehen sein. Einschalten!

07. November 2013 | SCHLACHTHOF Bremen

Keine zwei Wochen später und wir sind wieder in Bremen, diesmal im Schlachthof an den Messehallen, keine fünf Minuten vom Bürgerpark entfernt, dem erklärten Lieblingspark der beiden Lieblingsköter, die sich daher auch schon rechtschaffen auf die Fahrt gefreut haben. Endlich mal wieder was anderes als immer nur den ollen Berliner Forst oder den langweiligen Grunewaldsee, den sie nun schon auswendig und mit verbundenen Augen ablaufen können. Der Zauber des Neuen verfliegt eben, wenn man schon sechs Jahre alt ist und seit Welpentagen auf Achse. Für Tetta ist es eine ziemliche Umstellung, wieder auf einer Bühne zu stehen, denn er hat in DIE LETZTEN MILLIONEN in letzter Minute ein Casting für sich entschieden und eine Rolle bekommen und hat in den letzten Tagen von morgens bis abends gedreht. Auch wenn die Rolle klein und Tetta hinter all dem Make-Up und der Perücke (mehr wird nicht verraten) kaum zu erkennen ist: er hat alles gegeben! Die Show in Bremen ist ein Spaziergang mit Sahne-Eis, die Leute sind gut drauf, da sag noch einer, der Norden ist stets so zugeknöpft und reserviert, hier ist nichts davon zu spüren. Lo freut sich dennoch aufs Meer. Denn morgen geht es nach Wilhelmshaven!

26. Oktober 2013 | MARITIM Bremen

Normalerweise brauchen die Malediven Gala-Abfragen nicht zu fürchten; man fragt sie in der Regel gar nicht! Doch nun bereiten sie sich schon auf die zweite Gala in nur vier Wochen vor und fragen sich langsam, ob sie braver oder die Veranstalter solcher Festivitäten mutiger geworden sind. Diesmal sind es Radiologen, die sich einen Kongress schön saufen und abends von uns unterhalten werden wollen. Das Experiment gelingt. Die Ärzte sind gut drauf, wir sind furchtlos, die Gala ist, wie man hier so schön sagt, kurzweilig und vergnüglich. Mittendrin in den Vorbereitungen müssen Lo und Tetta noch eine Telefon-Konferenz bestreiten. Ihr erstes Drehbuch, das sie für die ARD geschrieben haben, wird gerade verfilmt, der erste Drehtag war bereits am Dienstag dieser Woche, Lo und Tetta standen staunend am Set und sahen zum ersten Mal die Häuser, Yachten, Villen und Zimmer, die sie in ihrem Buch beschrieben hatten, ganz genau so vor ihren Augen entstehen, teilweise bis auf die rosa Schleife auf dem Pudel exakt so, wie sie es sich ausgedacht haben. Das ist ein kleines Wunder. Es ist so. Dazu noch Schauspieler wie Anna Loos und Judy Winter und Michael Gwisdek und Jutta Wachowiak und der Ulrich Pleitgen und die fabelhafte Marie Gruber und und und! Bomfortionös! Und alle sprechen sie die Texte, die Tetta und Lo unterwegs und auf Tour und im Urlaub in den Laptop getippt haben, und alle machen es ganz fabelhaft. Und nun gibt es Nachbesserungen und Änderungen zu betreuen und das alles durch das Telefon. Klingt fürchterlich und ist es auch, aber funktionieren tut es am Ende dann doch und alles ist gut. Der Film heißt DIE LETZTEN MILLIONEN und läuft irgendwann im Herbst in der ARD. Freitagabend! Wir geben noch Bescheid!

19. Oktober 2013 | SAVOY Düsseldorf

Doktor Stefan führt das Savoy in Düsseldorf jetzt schon seit mehreren Jahren und alle Jungs sind ein wenig verliebt in ihn. Von derart charmanten Männern sollte man sich in der Regel fern halten, denn sie sind meist verarmte Trickbetrüger oder V-Männer für den Verfassungsschutz. Doktor Stefan ist aber nach gründlicher Überprüfung von jedem Verdacht ausgeschlossen worden und darf nun nach allen Regeln der Kunst gedrückt, geküsst und angefasst werden. Wir machen rege Gebrauch davon. Der riiiesige Saal des Savoy ist voll. Punkt. Wirklich. Man kann von da, wo wir sitzen, bis in die letzte Reihe sehen, und auch diese letzte Reihe ist besetzt. Wie schön! Lo kann sich noch daran erinnern, wie die Jungs hier gespielt haben, und nicht einmal das erste vordere Drittel des Saals war voll. Weshalb der Doktor die Malediven immer wieder eingeladen hat, wird sein Geheimnis bleiben. Sie sind ihm für immer und ewig dankbar für sein Durchhaltevermögen. So wie Dutzende anderer glücklicher Frauen wahrscheinlich auch. Die Show läuft wie auf Schienen, das Licht ist ein Traum, der Ton eine Freude, hier möchte man eigentlich immer singen. Nur Hundespaziergänge sind Mist. Kaum Bäume gibt es hier und wenig Parks in der Innenstadt. Berta und Bolle sind nach mehr als einer halben Stunde gründlich angepisst. Wo soll man denn hier sein Geschäft machen, wenn man es gewohnt ist, grünes Gras unter den Pfoten zu haben und sich daher weigert, sich auch mit einem Bürgersteig oder einem Streifen Kies zufrieden zu geben? Eilig führt Lo seine beiden mürrischen Köter zum Flussufer. Hier endlich gibt es seltsam erhöhte Beete mit Rollrasen. Indigniert verrichten die Beagle ihre Notdurft. Das war kein schöner Spaziergang für sie. Und das werden sie den Menschen am anderen Ende der Leine auch noch spüren lassen. Mistviecher, verwöhnte.

18. Oktober 2013 | COMEDIA Köln

Proppenvoll ist die Comedia in Köln, wo, wir wissen nicht warum, wir können es wirklich nicht sagen, immer die denkwürdigsten Fehlleistungen passieren und die Abende kein Ende zu nehmen scheinen. Nicht, dass es jemanden stören würde, ganz im Gegenteil, nach all den Jahren voller katastrophaler CD-Aufnahmen und versemmelter Songs und Szenen scheint sich hier eine Fangemeinde gebildet zu haben, die für alles gerüstet ist und in der Lage, das Chaos zu genießen. Jedesmal sagen wir uns: diesmal nicht! Diesmal wird alles funktionieren! Maßstabsgerecht! Wie in all den anderen Orten zuvor! Und dann ist es doch immer wieder Köln. Herrjeh. Wir belohnen uns nach diesem Abend mit Überlänge mit einem leckeren Essen in der Wagenhalle, einem Frühstück am Chlodwigplatz am nächsten Morgen, und einem fabelhaft schönen Siebdruck, den Lo, Berta und Bolle auf ihrem morgendlichen Hundespaziergang in einem winzigen Laden in der Südstadt finden und gleich mitnehmen.

17. Oktober 2013 | EBERTBAD Oberhausen

Fast drei Wochen haben sich Lo und Tetta die sanft-salzige Ostseeluft auf Rügen um die Nüstern wehen lassen. Das kleine Haus direkt in den Dünen war entzückend. So klein, als wäre Schlumpfine gerade erst ausgezogen, so ruhig, dass die Jungs Tag und Nacht das Meer rauschen hören konnten. An zwei Tagen so grandios gruseliger Sturmwind, dass man schräg im Wind gehen und die Ostsee wie eine wild gewordene Nordsee schäumen sehen konnte. Die Kiefern hinterm Dünensand bogen sich durch wie grüne Spaghetti, der Sand vom Mönchsgut flog bis nach Dänemark hinüber, die Hund waren außer sich vor Freude. Auch die Musiker und die Techniker haben sich gut von uns erholt. Sehnsüchtig fallen wir uns am Tourbus in die Arme. Wie schön, dass alle wieder zusammen sind! Oberhausen ist die erste Etappe unserer Mini-Tournee, hier waren wir schon so oft, bei der lieben Frau Fünderich, die leider gar nicht mehr anwesend ist, da ihr der Sinn nach Veränderung stand und sie nun eine der schönsten Künstleragenturen des Ruhrgebietes hat. Die Show ist voll, das Team wie immer reizend, unsere Jungs grooven sich langsam ein und haben das riesige Bühnenbild auch auf Tour in Nullkommanix aufgebaut. Auch, wenn nicht alle Texte mehr so abrufbereit sind, wie sie es noch vor drei Wochen waren, und alle auf der Bühne ein bisschen tricksen müssen, um den Abend in Würde zu Ende zu bringen, ist das einer der schönste Abende im Ebertbad ever. Muchas gracias!

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